
Letzte Woche haben wir vier weitere Programme mit dem Zertifikat "Works with Windows Vista" beziehungsweise "Kompatibel mit Windows Vista" versehen können: den RunAlyzer, den FileAlyzer, den RegAlyzer und TagsRevisited. All diese Anwendungen liefen schon vorher auf Vista, inzwischen sind sie aber so weit getestet und auf den neuesten Stand gebracht (damit sie sich beispielsweise mit dem Benutzerkontenschutz von Vista vertragen), dass ihnen das Zertifikat "Kompatibel mit Windows Vista" verliehen wurde.
Nachdem wir monatelang mit Microsoft um Spybot - Search &D Destroy 1.5 und das umfassendere Zertifikat "Certified for Vista" bzw. "Zertifiziert für Vista" gekämpft haben, haben wir uns außerdem dafür entschieden, unsere nächste Version von Spybot-S&D nicht zertifizieren zu lassen. Auf der einen Seite ist das Zertifikat "Zertifiziert für Vista" sehr nützlich, weil es im Allgemeinen auf eine hohe Qualität der zertifizierten Software schließen lässt, auf der anderen Seite hat es aber den Nachteil, dass jede damit zertifizierte Sicherheitssoftware zum bevorzugten Ziel von Malware wird. Daher wird die Version 1.5 nur das Zertifikat "Kompatibel mit Windows Vista" tragen. Allerdings gibt es damit zumindest keine Hindernisse für die Veröffentlichung der neuen Version mehr. Diese Woche wird die erste Beta-Version erscheinen.
Für alle, die sich für den technischen Hintergrund dieser Entscheidung interessieren:
Microsoft verlangt, dass alle Programme, die sich für das Zertifizierungsprogramm bewerben, sofort abstürzen, wenn sie mit einer bestimmten Situation konfrontiert werden, die Microsoft detailliert beschreibt. Im Normalfall ist das sinnvoll - Software mit Fehlern sollte in der Tat lieber abstürzen als zu versuchen, die Fehler zu verstecken. Dadurch kann die Fehlererkennung von Windows das Problem protokollieren und es an die Entwickler des Programms weiterleiten, und somit kann Microsoft sicher sein, dass alle Programme, die "Zertifiziert für Vista" sind, einem hohen Qualitätsstandard entsprechen.
Sicherheitssoftware gegenüber ist diese Strategie allerdings gefährlich: Wenn man den Programmierern von Malware eine perfekt dokumentierte Methode zur Verfügung stellt, um Sicherheitssoftware zum Absturz zu bringen, ist die Sicherheit des gesamten Systems gefährdet. Um das zu vermeiden, haben wir Microsoft einige Alternativen vorgeschlagen, mit denen sich genauso feststellen lässt, wo ein Softwareentwickler Fehler gemacht hat. Offenbar hat Microsoft keinerlei Zweifel daran, dass Vista völlig sicher ist. Wir wollen das nicht kommentieren - schließlich haben das schon Mitarbeiter von Microsoft gemacht, zum Beispiel Jim Allchin oder Mark Russinovich. |